Der Nationalpark Unteres Odertal

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Unser Club ist nicht nur ein Zusammenschluss von SAAB-Enthusiasten sondern auch von Reise-Begeisterten. Auch wenn (noch) nicht alle einen SAAB ihr Eigen nennen können, wollen die Meisten doch das Feeling in einem SAAB genießen und vielleicht steigen sie dann ja auch um. Nach unserer Frühsommer-Tour zog es uns letztes Wochenende mal wieder in den Nationalpark Unteres Odertal, denn dieser Nationalpark hat zu jeder Jahreszeit seine Reize.

Das untere Odertal liegt im Norden Brandenburg und erstreckt sich über 60 Kilometer unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze. Er ist einer der wenigen naturnahen Flussauen Mitteleuropas und gehört (inzwischen) zu der Familie der 14 Nationalparks in Deutschland. Neben 120 Kilometer Deichwege, ideal zum Wandern oder Rad fahren, gibt es auch ein Nationalparkhaus mit Aquarien, ausgestopften Tieren, Mikroskopen, Schautafeln und einem kleinen Kinosaal.

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Hier kann man sich spielerisch und informativ der Natur und Umwelt nähern, eine visionäre Dokumentation über 100 Jahre Nationalpark Unteres Odertal wird ausgestrahlt sowie Flyer zu stattfindenden Veranstaltungen liegen aus. Besonders interessant sollte für den Besucher das Modell der Polderysteme sein, endlich einmal Deichgraf spielen.

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Was im Winter normal ist, tritt im Sommer nur vereinzelt auf. Vor gut einem halben Jahr starteten wir von dieser Seite aus unsere Sommer-Radtour. Am Abend des Anreisetages waren die Wiesen noch fast trocken, aber die Oder stieg unablässig und begann die Ortschaften zu überfluten. Um den Wasserstand der Oder wieder zu normalisieren wurden die Schleusen geöffnet und die Polder nahmen das Wasser auf. Bis zu 130 Millionen Kubikmeter Wasser können sie aufnehmen und gewährleisten somit einen natürlichen Schutz vor dem Hochwasser.

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Auf Grund von nach vorhandenen Schneemassen und dem starken Wasserstand war es uns leider nicht möglich den Sommerdeich zu betreten. Es gibt nur wenige Querfahrten und dort eine überschaubare Anzahl von Parkplätzen. Da das Cabriolet nur eine begrenzte Bodenfreiheit besitzt, zogen wir es vor einen anderen Parkplatz anzusteuern. Trotz Tauwetter aber Nachtfrost waren die Straßen durch die Wälder teilweise vereist, dort wo die Sonnen noch nicht war, zog sich ein kleiner dünner Eisfilm über die Straße. Dank souveränem Fahrverhalten und Genuss hinter dem Lenkrad störten dann auch 10 Prozent Steigung bzw. Gefälle nicht wirklich.

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Bei unseren Gesprächen mit Mitarbeiter der Naturwacht lernten wir die Unterschiede und Funktionen zwischen Sommer- und Winterdeich. So dient der Sommerdeich die Wiesen und Felder vor der Oder zu schützen und damit eine frühere landwirtschaftliche Nutzung zu gewährleisten. Der Winterdeich schützt in seiner Funktion auf deutscher Seite die Ortschaften vor dem Hochwasser der Oder. Auf Grund von Erossion muss derzeit ein bedeutendes Stück Deich saniert werden, so dass es leider zu Beeinträchtigungen beim Deichbesuch kommt.

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Auch wenn die Eisflächen der Polder in den Wintermonaten zum Schlittschuh fahren einladen, wurden wir doch vor dem Betreten des Eises gewarnt. Da die Oder regelmäßig aufgebrochen wird, die Schleusen der Polder das Wasser auf- bzw. wieder abgeben, bilden sich innerhalb der Polder kleine Fließe die starke Strömungen unter dem Eis entwickeln können. Das führt teilweise zu Luftblasen unterhalb des Eises und damit zu erhöhter Einbruchgefahr. Von daher ist der einfache Grundsatz der Nationalparke in Deutschland auch gut zu verstehen: „Natur Natur sein lassen“.

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